Mein Interesse für Nachtfotografie war geweckt. Nach mehreren (kläglich gescheiterten) Anläufen unternahm ich einen weiteren. Am Ende eines Tagesausflugs zu einem Ort aus meiner Kindheit spannte ich meine APS-C Kamera auf mein Stativ, drehte die Empfindlichkeit in bis dato unbekannte Höhen und begann zu experimentieren. Ich hatte keine weitwinkelige Festbrennweite mit großer Offenblende, nur ein lichtschwaches Universalzoom. Aber ich hatte Zeit und den Elan, Neues auszuprobieren und zu lernen.

Die Tagesbesucher waren schon lange weg. Ich konnte unbeobachtet und ungestört fotografieren. Neudeutsch würde man wahrscheinlich sagen, ich war im "Flow". Das Bild zeigt wieder eine Komposition aus mehreren Aufnahmen dieser Nacht.

sehr wenig licht

“Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt“

"Polarlichter in der Oberpfalz"

Diese zwei Bilder entstanden am gleichen Ort. Der Tipp dafür kam von Tom, vielen Dank nochmal!

Diese drei Obstbäume stehen am Rand eines kleinen Dorfes in direkter Nachbarschaft zum Truppenübungsplatz Hohenfels. Die Lichtverschmutzung hält sich also in Grenzen. Um den Vordergrund aufzuwerten, arbeite ich gern mit einem manuellen Blitz, der über Funk ausgelöst wird. Das Selfie ist keine Bildmontage. Es zeigt das Originalfoto eins zu eins. Wie dieses Phänomen zustande kam oder was es genau darstellt, weiß ich nicht. Vor Ort habe ich es auch nicht wahrgenommen. Erst, als ich die Bilder am darauffolgenden Tag am Rechner ansah, sah ich dieses Phänomen. Wenn du es mir erklären kannst, würde ich mich freuen, wenn du mit mir Kontakt aufnimmst …

"Das Zentrum der Milchstraße II"

Um es kurz zu machen: das rote im Bild sind tatsächlich Polarlichter. Die Kamera hat sie erwischt, gesehen habe ich keine. Ein vorbeifahrendes Auto schien den Bodennebel an, und auf einem der Fotos war der riesige Komet (rechts im Bild).

Das Bild ist also das Ergebnis von drei einzelnen Aufnahmen, allesamt aus dieser Nacht.

"perseiden 2024"

Die Chancen auf einen wolkenfreien Himmel sind Mitte August zum Glück recht gut. Auch 2024 konnte ich einige Meteore erwischen. Am Tag zuvor suchte ich in einer Gegend mit relativ wenig Lichtverschmutzung einen attraktiven Vordergrund und fand diese Wiese, auf der immer noch einige Heuballen rumlagen. Der helle Bereich im linken unteren Eck des Bildes geht auf vorbeifahrende Autos zurück. Ich hätte sie auch weglassen können, wie gezeigt gefällt mir das Bild aber besser.

"Das Zentrum der Milchstraße"

"Ganz schön spooky!"

Von einer Bekannten bekam ich den Tipp: „Schau dich da mal am Waldrand um, da haben Kids aus dem Dorf eine Hütte gebaut. Sieht echt interessant aus!“.

"Alle Jahre wieder …"

"Mal ein anderes Selfie"

"Wenn der Himmel brennt..."

Jedes Jahr im Juli und August fliegt unsere Erde durch einen Meteorschauer, Perseiden genannt. Ist der Himmel dann wolkenlos und störendes Mondlicht fehlt auch noch, dann sind die Chancen für viele Sternschnuppen ausgezeichnet. Das Maximum wird in den Nächten vom 11. bis 13. August erreicht. Für das nebenstehende Bild verbrachte ich 2023 etwa zwei Stunden unter der Wallfahrtskirche Habsberg. Zur Belohnung gab's eine ganze Reihe von Kometenspuren. Die waagerechte Lichtspur am unteren Bildrand stammt übrigens von einem vorbeifahrenden Mähdrescher …

Aus der Anfangszeit meiner Passion für Nachtfotografie. Die viel befahrene Straße im Hintergrund habe ich falsch eingeschätzt. Nichtsdestotrotz kann ich mich an diese Nacht gut erinnern. Der Baum war abgestorben und sah vom Vorbeifahren interessant aus. Wahrscheinlich war das damals der ausschlaggebende Grund, nachts ausgerechnet dorthin zu fahren.

Anfang 2026 kam es einige wenige Male dazu, dass Polarlichter sogar im Süden Deutschlands sichtbar sein sollten. In einer dieser Nächte (sie sollte sternenklar sein) war ich unterwegs. Der Baum im Bild hat Alleinstellungsmerkmal, im wahrsten Sinne des Wortes. Auch steht er in einer Gegend mit relativ wenig Lichtverschmutzung. Also Kamera aufs Stativ, alles einstellen, 400 Aufnahmen und hoffen, wenigstens einen Hauch von Polarlicht einzufangen. Ich verkroch mich im Auto, dort war es doch etwas wärmer als draußen. Dann kam der Nebel …

"drei brüder"

"Mitternachts-Bouquet"

Die Hütte war so lala. Aber der Kinderwagen unter dem dekorativen kleinen Baum vor dem Sternenhimmel - das sah interessant aus. Also Holzscheite aus dem Kinderwagen raus, LED-Leuchte rein, verschiedene Aufnahmen unterschiedlich ausgeleuchtet, fertig. Das Ergebnis ist eine Komposition mehrerer Einzelfotos. Ich find`s geil!

Zunächst war die Nacht ohne störende Bewölkung. Wieder Kamera aufs Stativ, alles einstellen und dann automatisch ein paar hundert Fotos aufnehmen. Immer wieder zogen leichte Wolkenschleier über die Szenerie. Knapp 200 Einzelaufnahmen habe ich übereinandergelegt, heraus kam dieses doch recht spektakuläre Bild. Die einzelnen Sternspuren sind hinter den Wolken noch gut zu erkennen, die wiederum von vorbeifahrenden Autos von unten angestrahlt wurden und aus sich heraus zu leuchten scheinen.

"Eine dieser Nächte, die du nie vergisst!"

Die Wetter-Apps waren sich einig: es sollte eine sternenklare Nacht werden! Nach einer halben Stunde Fahrt stieg ich aus - und habe mich furchtbar über mich selbst geärgert. Der Mond war viel zu präsent, um die Milchstraße erkennen zu können. Darauf habe ich nicht geachtet. Außerdem waberte Bodennebel über die Landschaft. Von dem war nirgends die Rede …

Nach ein paar Minuten hatten sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt. Ich wollte nicht umsonst losgezogen sein, packte Kamera und Stativ und ging ein paar Meter auf dem Feldweg vom Auto weg. Und was soll ich sagen - von Minute zu Minute gefiel mir die Situation besser! Was für eine Atmosphäre! Nur der Mond, der Baum und ich …

"Nur der Mond, der Baum und ich …"

"Feuer frei für Feuerwerk!"

Feuerwerk fotografieren - auf den ersten Blick ganz einfach: Blende auf, lange Verschlusszeit, ISO nach Bedarf.

Aber: wird bei Offenblende auch scharf, was scharf werden soll? Wie lange soll die Verschlusszeit tatsächlich werden? ISO nach Bedarf - wie groß ist denn der Bedarf, wenn dann das Feuerwerk die Szenerie beleuchtet?

Meine Antwort ist ganz einfach: probier es aus!

Such dir im Vorfeld einen geeigneten Standort, von dem aus du das Feuerwerk fotografieren willst. Die Lichtshow alleine ist nur die halbe Miete. Erst, wenn du die Umgebung mit auf das Bild bekommst, werden solche Bilder stimmungsvoll. Gehe davon aus, dass du nicht der einzige bist, der dort sein Stativ aufbaut. Und sei früh genug dran, andere Schaulustige wollen auch ihren Spaß haben und sind oft schon 1 Stunde vor dem eigentlichen Feuerwerk vor Ort.

Die technischen Zusammenhänge von Blende, Verschlusszeit und ISO musst du kennen und deine Kamera auch im Dunkeln bedienen können. Wenn dann die ersten Raketen steigen und du die ersten Aufnahmen gemacht hast, kontrolliere nicht nur die Belichtung, sondern auch die Schärfe. Nichts ist ärgerlicher, als am nächsten Tag feststellen zu müssen, dass alle deine Aufnahmen unbrauchbar weil unscharf sind!

Ich verändere den Bildausschnitt nicht, was den Vorteil mit sich bringt, dass problemlos verschiedene Aufnahmen am Rechner kombiniert werden können (wie bei allen hier gezeigten Feuerwerksbildern). Zum Auslösen verwende ich einen einfachen Fernauslöser, um ein Verwackeln auszuschließen.

Je länger die Verschlusszeit, umso mehr Leuchtspuren je Bild wirst du erhalten. Um hier besser differenzieren zu können (eine Rakete steigt hoch, explodiert, explodiert ein zweites, manchmal noch ein drittes Mal - willst du wirklich alles auf EINEM Bild darstellen?) halte ich die Verschlusszeit relativ kurz (zwischen einer und 4 Sekunden). Auch die Empfindlichkeit fällt angenehm niedrig aus. Mit ISO 200-400 kommst du wunderbar zurecht. Auf den obigen Bildern habe ich durchgängig Blende neun verwendet, damit die Schärfenstiefe relativ groß wird.

nur noch ein hobbyfotograf